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100-Jahre Eingemeindung

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Zur Geschichte des Stadtteils Kirchrode

 

 

 

 

Mehr zu Kirchrodes Geschichte aus dem NanaNet der Stadt Hannover:
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Kirchrode – bis 1907 eine unabhängige Gemeinde

Am 1. Oktober 1907 wurden Teile des Landkreises Hannover — darunter Kirchrode — von diesem abgetrennt und mit der “Stadtgemeinde und dem Stadtkreis Hannover“ vereinigt. In dem Gesetzestext heißt es: Gegeben, Kiel, an Bord M.Y. “HOHENZOLLERN“, den 19. Juni 1907, gezeichnet Wilhelm.

Damit verlor Kirchrode nach fast 1000-jähriger Geschichte seine “Selbständigkeit“ als politisch selbständiges Gemeindewesen. Forschungen bestätigen, dass es um das Jahr 1000 bereits Bauernhöfe im Nordteil Kirchrodes gegeben hat — nach unbestätigten Überlieferungen bereits um das Jahr 900. Sie gruppierten sich um einen alten Dorfteich, der dort gelegen hat, wo sich früher auf dem Eckgrundstück Großer Hillen - Brabeckstraße ein freier Platz vor der Schlosserei Lüderitz befand, heute Beki und der Klönschnack. Gesichert ist die Erwähnung Kirchrodes in einer Urkunde aus dem Jahre 1221, die im Urkundenbuch der Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg enthalten ist. Diese besagt, dass der Bischof von Hildesheim dem Siegfried von Escherte zwei lehnfreie Ländereien in Roden (Kerkrode) verpfändet hat. Kirchrode gehörte also zum Bistum Hildesheim, Hannover dagegen zum Bistum Minden. Die Grenzen des Dorfes Kirchrode sind bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nicht wesentlich erweitert worden. Bis zum Jahre 1907 entsteht eine einzige — allerdings vornehme — neue Straße. Zwischen Tiergartenstraße und dem Großen Hillen wird die Kaiser-Wilhelm-Straße angelegt. Inzwischen entsteht in unmittelbarer Nähe von Kirchrode eine Großstadt. 1870 hat die Königliche Haupt- und Residenzstadt Hannover — in Wirklichkeit nur noch Hauptstadt einer preußischen Provinz — 100.000 Einwohner. Die umliegenden Dörfer geraten in den Sog der Großstadt. Alles drängt auf eine Eingemeindung hin, die nach langen, nicht einfachen Verhandlungen beschlossen wird. Im Jahre der Eingemeindung gab es in Kirchrode 2.715 Einwohner, für diese 3 Kolonialwarengeschäfte, 1 Bierhandlung, 3 Fleischereien, 3 Bäckereien, 2 Kohlenhandlungen und 1 Buchhandlung.

In dem eingangs erwähnten Vertrag, der auch für andere Landgemeinden um Hannover galt, z.B. Döhren, Wülfel, Groß- und Klein-Buchholz, wurde unter anderem die Zahl der Bürovorsteher, die Mitgliederzahl des Kreistages des Landkreises Hannover und die Änderung der Wahlbezirke in 4 §§ geregelt. Viele wesentlichere Dinge sind in 25 §§ in einer Anlage aufgeführt: Bürgerrechte, Armenverbände, Einquartierungslast, Unterstellung der Baupolizei, Straßenunterhaltung, Hausentwässerung/Abwässer, Verbot des Schlachtens außerhalb des Schlachthofes, Abhaltung von Schützenfesten u.s.w., aber auch Steuergesetze: Erhebung direkter Steuern, Gewerbesteuer, Billetsteuer, Hundesteuer, Lustbarkeitssteuer. Unterschrieben haben viele bekannte Persönlichkeiten der damaligen Zeit: Neben Wilhelm II Fürst von Bülow, Graf von Posadowsky, von Tirpitz, von Studt, Freiherr von Rheinbaben, von Bethmann Hollweg, Delbrük und Beseler.

Viele der Versprechungen der Stadt Hannover sind gegenüber Kirchrode zunächst nicht eingehalten worden. So wurde erst 1912 eine Wasserleitung verlegt, bis dahin hatte das Trinkwasser mit Wagen herangeschafft werden müssen. 1913/14 folgte die Verlegung der Kanalisation. Daher taten sich 1908 aufrechte Kirchröder Bürger zusammen und gründeten den Bürgerverein Kirchrode, um die Forderungen an die Stadt durchzusetzen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die erfahren Sie am 13.04.2008, wenn der Bürgerverein Kirchrode sein 100-jähriges Bestehen feiert.

Gerhard Schröder-Hohensee
Bürgerverein Kirchrode e.V.


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Stand: 12. Juli 2010