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100-Jahr-Feier

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100 Jahre Hannover-Kirchrode

Am Sonntag, 30. September 2007, wurde an der Jakobikirche gefeiert.

Am 1. Oktober 1907 verlor das Dorf Kirchrode seine Unabhängigkeit und wurde per Gesetz in das Gebiet der Stadt Hannover eingemeindet, ein Vorgang, der zu diesem Zeitpunkt bei den stolzen und reichen Kirchroder Bürgern wenig Zustimmung fand. Das Dorf Kirchrode, das aus zwei Siedlungskernen zusammengewachsen war, blickte auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück. Das eine Siedlungszentrum lag am Großen Hillen, etwa am heutigen Klönschnack, das andere am Kleinen Hillen um die Jakobikirche herum. Kirchrodes Geschichte reicht bis in die Zeit um 900 zurück. Das Dorf Kirchrode dürfte damit älter sein als die Stadt Hannover. Es wurde 1221 in einer Urkunde der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg erstmalig erwähnt, gehörte aber zum Bistum Hildesheim, während Hannover vom Bistum Minden betreut wurde. Diese Situation führte dazu, dass sich Kirchrode bis zum Jahr der Eingemeindung nicht wesentlich erweiterte und andererseits seine dörfliche Unabhängigkeit bewahren konnte. Erst nach dem 2. Weltkrieg begann eine starke städtebauliche Veränderung dieses Stadtteils. Bis dahin war Kirchrode mit dem Tiergarten und seinem Restaurant „Tiergarten“ sowie den stattlichen, inzwischen leider geschlossenen und bereits teilweise abgerissenen Gasthöfen, Germania-Garten, Gasthof „Zur Linde“ und Gasthof „Zum Kronprinzen“, ein sehr beliebtes Ausflugsziel der Hannoveraner. Auch die großen, überwiegend noch 1950 betriebenen stolzen Bauernhöfe sind inzwischen modernen Gebäuden gewichen. Wenige Bauten, wie beispielsweise der renovierte Jöhrenshof, das Restaurant „Tropeano“ und der noch vorhandene, aber seit Jahren leerstehende Gasthof „Zum Kronprinzen“, sowie einige Straßennamen, wie Borchersstraße, Krackeweg, Lüderitzwinkel, Schwemannstraße und Wulffs Park, erinnern an die ehemals großen Bauernhöfe Kirchrodes. Lediglich das Ortszentrum am Klönschnack hat seinen Charakter als Einkaufszentrum mit kleinen Geschäften bewahren können. Viele Kirchroder Bürger sagen noch heute liebevoll, wenn sie zum Einkaufen gehen: „Ich gehe mal eben ins Dorf“.

Am Sonntag, 30. September 2007, dem letzten Tag der Unabhängigkeit vor 100 Jahren, feierten Kirchrodes Bürger dieses Jubiläum. Dank der Initiative von Pastor Jürgen Sewening und Dr. Hans-Dieter Stenzel wurde die von der Jakobikirche getragene Veranstaltung von den meisten Kirchroder Vereinen und Einrichtungen unterstützt. Sie begann um 12:OO Uhr nach dem auf 11:00 Uhr verlegten Gottesdienst zum Erntedanktag mit einem historischen Markt an der Jakobikirche.

Die Gemeinschaft Kirchroder Kaufleute (GKK) präsentierte dort aus der Zeit um 1900 an verschiedenen Marktständen interessante Angebote und alte handwerkliche Tätigkeiten. Unter anderem führte Zahnarzt Garbisch historische Behandlunggeräte vor. Die Tiergartenapotheke bot wie zu früherer Zeit Tee und Bonbons für Erkältungskrankheiten an. Am Gemeinschaftsstand der GKK pries Frau Peiffer-Allerkamp, die sich auch rührend um die Organisation des Marktes gekümmert hatte, unter Verstärkung Frau Busche und Frau Stenzel Eier, lose Eier und Seifen an. Das Godshorner Röstkontor führte die Besucher in die Geheimnisse der Kaffeebohnen ein, während das Sanitätshaus John und Bamberg alte Gehhilfen und Prothesen ausstellte. Der Duft von Honig und Honigkerzen lockte nicht nur die Besucher an einen Stand für frisch geschleuderten Bienenhohnig. Helmut Vesterling zeigte den Besucher die Kunst der Kaltverformung von Kupferblechen, die in seiner Hand zu kleinen Schälchen wurden.  Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Das Queens Hotel servierte Sauerkraut mit Würstchen , während Getränke-Schlüter die passenden Getränke dazu bereit hielt.

Die Freiwillige Feuerwehr Kirchrode erfreute nicht nur die älteren Besucher mit historischen Geräten, sondern zeigte den Kindern spielerisch ihre Einsatzbereitschaft mit einer Kübelspritze. Die Sportvereine TSV Kirchrode und TKH widmeten sich in einem Rahmenprogramm vorwiegend den Kindern und boten Stockbrotbacken, Geschicklichkeitsspiele und vieles mehr an. Der Schützenverein Kirchrode stellte eine Dokumentation von alten Bildern und Schriften über die Geschichte Kirchrodes im Eingangsbereich des Kirchturms aus. Die großen Parteien CDU und SPD zeigten auf Bildtafeln ihre Vorstellungen zur zukünftige Entwicklung des Stadtteils. Der historische Markt schloss bereits um 16:30 Uhr, damit das nachfolgende Benefizkonzert nicht gestört wurde.

Der Markt wurde von ca. 3500 Mitbürgern besucht.

Um 17:30 Uhr eröffnete Kirchenvorstand Klaus Hagelberg das Benefizkonzert in der Jakobikirche. Es folgten Grußworte des Oberbürgermeisters der Stadt Hannover, Stephan Weil, und die Festansprache vom Bezirksbürgermeister Dr. Manfred Benkler. Danach spielten das Kammerorchester Kirchrode (KOK) Werke von Mozart, Händel, Elgar und Dvorak sowie Uwe Rehling an der Hillebrand-Orgel Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Windor. Anschließend wurden die Besucher zu einem Empfang im Gemeindesaal eingeladen, der vom Bürgerverein Kirchrode ausgerichtet wurde. Der Reingewinn der Veranstaltungen fließt dem Familientreff Bemerode-Kirchrode, Hinter dem Holze 32, dem früheren Spargelacker, zu, der sich um sozialschwache Familien, Hausaufgabenhilfe, Sprachförderung und vieles mehr kümmert.

 

 

 

 

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Stand: 12. Juli 2010